İzmir

İzmir
 
['izmir], früher Smỵrna, Provinzhauptstadt in Westanatolien und drittgrößte Stadt der Türkei, am Golf von İzmir (Ägäisches Meer), (1997) 2,08 Mio. Einwohner (1915: 198 400, 1955: 296 600, 1965: 411 600, 1975: 636 800 Einwohner, 1985: 1,49 Mio. Einwohner); schätzungsweise leben 40 % der Bevölkerung in Elendsvierteln (Gecekondusiedlung). İzmir ist Sitz eines katholischen Erzbischofs des lateinischen Ritus; NATO-Kommando »Landstreitkräfte Südosteuropa«; zwei Universitäten (gegründet 1955 und 1982), archäologisches Forschungsinstitut für Westanatolien, archäologisches Museum, Museum für türkische Kunst, Gemälde- und Skulpturengalerie, Atatürk-Museum, Hygiene-, landwirtschaftliches Museum; Kulturpark (46 ha; mit Messepavillons und einigen der Museen). In İzmir findet alljährlich eine internationale Handelsmesse statt. Die Industrie umfasst ein Stahlwerk, Montage von Lkws und Omnibussen, Herstellung von Fahrrad- und Motorradreifen, eine Superphosphatfabrik, Textil-, Teppich-, Tabak- und Nahrungsmittelindustrie sowie eine Erdölraffinerie. In İzmir befindet sich der wichtigste türkische Hafen an der Ägäisküste. 1985 wurde in İzmir eine freie Produktionszone geschaffen. Die Stadt ist auch Touristenziel.
 
 
Aus antiker Zeit sind Reste der hellenistisch-römischen Agora erhalten (an der Westseite 13 Säulen mit Kapitellen, Relieftorsi von einem Altar, an der Nordseite Reste einer 160 m langen, dreischiffigen Marktbasilika). Die Überreste der bis in hellenistische Zeit zurückgehenden, verfallenen Zitadelle mit Verteidigungsmauern zum Meer hinab stammen v. a. aus spätbyzantinischer und osmanischer Zeit. In Bayraklɪ bildet das Flüsschen Halkpɪnar Suyu (in der Antike Meles) einen kleinen, das »Bad der Diana« genannten See (nach einer aus dem Wasser geborgenen Artemisstatue); auf dem Grund sind antike Säulensockel zu erkennen. Smyrna gilt als Heimat Homers.
 
 
Beim heutigen Stadtteil Bayraklɪ lag das griechische Smỵrna (um 1000 v. Chr. als äolische Kolonie gegründet). Dieses »Alt-Smyrna« ließ der lydische König Alyattes vor 560 v. Chr. erbauen. Unter den Diadochen Antigonos I. und Lysimachos wurde an der Stelle des heutigen İzmir »Neu-Smyrna« gegründet (um 300 v. Chr.), das sich zu einer bedeutenden Handelsstadt entwickelte. In spätrömisch-byzantinischer Zeit war Smyrna infolge der Verlandung der Häfen von Ephesos und Milet der bedeutendste Hafenplatz des westlichen Kleinasiens. Um 1425 fiel die Stadt, die inzwischen stark an Bedeutung verloren hatte, an das Osmanische Reich. Im 18./19. Jahrhundert wanderten zahlreiche Inselgriechen zu. Das 1919 von Griechen besetzte İzmir wurde im griechisch-türkischen Krieg (1920-22) durch die Türken 1922 zurückerobert, wobei der größte Teil der Stadt verbrannte und fast die gesamte nichttürkische Bevölkerung floh. Danach wurde die Stadt planmäßig modern wieder aufgebaut.
 
 
C. J. Cadoux: Ancient Smyrna, a history of the city from the earliest times to 324 A. D. (Oxford 1938).

Universal-Lexikon. 2012.

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